FALLSPEZIFISCHES BETRIEBLICHES EINGLIEDERUNGSMANAGEMENT

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein Verfahren zur Wiedereingliederung eines Beschäftigten in das Unternehmen oder die Institution nach einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 6 Wochen innerhalb der letzten 12 Monate. Bei einem fallspezifischen Betrieblichen Eingliederungsmanagement (kurz: Von-Fall-zu-Fall BEM) werden die für den jeweilige BEM-Fall relevanten unternehmensinternen Akteure und externen Partner (Rehablitationsträger, Integrationsamt) fallspezifisch vom Leiter des Betrieblichen Eingliederungsmanagement zusammengestellt und die Maßnahmen-Entwicklung erfolgt nach einer fallspezifischen Vorgehensweise. Während die Initiierung von einem BEM-Prozess verpflichtend für den Arbeitgeber ist, gibt es für den Prozess selbst keine gesetzlichen Vorgaben. Ähnlich eines Baumes gibt es bei einem fallspezifischen betrieblichen Eingliederungsmanagement (Von-Fall-zu-Fall BEM) verschiedene mögliche Prozessverläufe und Verzweigungen, die von den "Wurzeln" (d.i. der Ausgangssituation des BEM-Falls) zum "Zweig" führen können (d.i. der Überwindung oder Minderung der Arbeitsunfähigkeit des Beschäftigten). Der Landschaftsverband Rheinland empfiehlt kleinen und mittelständigen Unternehmen mit einer Unternehmensgröße bis zu 200 Mitarbeitern die Implementierung eines fallspezifischen betrieblichen Eingliederungsmanagement anstelle eines Betrieblichen Eingliederungsmanagement als Managementsystem in Projektform. Ein Von-Fall-zu-Fall BEM ist vorteilhaft aus zwei Gründen: Erstens, die fallspezifische Konstellation von Akteuren und Partnern im BEM-Prozess ist ökonomisch, denn es nehmen nur diejenigen Personen teil, die auch relevant für den jeweiligen BEM-Fall sind - so können personelle Ressourcen an anderen Stellen eingespart werden. Zweitens, das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen dem Leiter des BEM-Prozesses und der betroffenen Person (dem BEM-Berechtigen) wird gestärkt.

In dem Ganztagstraining erwerben Sie alle Kenntnisse und Kompetenzen, die Sie für die erfolgreiche Leitung eines Von-Fall-zu-Fall BEM benötigen. Dies umfasst ein fundiertes Wissen rund ums betriebliche Eingliederungsmanagment, die rechtlichen Grundlagen, die Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten von unternehmensinternen Akteuren, und externen Partnern (Rehabilitationsträgern, Integrationsamt, das Durchführen einer Situationsanalyse und Erstellen von Profilvergleichen, das Durchführen einer Gefährdungsanalyse psychischer Belastungsfaktoren, kompetenzorientierter Gesprächsführung und Moderation sowie das Erstellen von Maßnahmenplänen, Verlaufs- und Abschlussprotokollen. Besonders entscheidend für einen erfolgreichen BEM-Prozess ist die Entwicklung von BEM-Maßnahmen, die in dem Training nach dem Work HEART Training Konzept erfolgt (analog zum Trainingsprogramm ,,Baum-Zweig Methode" genannt). 

Teilnehmeranzahl: max. 12 Personen

Teilnehmer: Arbeitgeber, (angehende) Führungskräfte, Abteilungsleiter, Betriebsratsmitglieder, Vertreter der Personalabteilung

Trainingsdauer: 7 Trainingsstunden (inkl. Kurzpausen nach Absprache) zzgl. 1 Stunde Mittagepause

Trainingsmaterial: 118-seitige Begleitbroschüre mit Inhalten, Übungen und 17 Mustern für Schreiben und Protokolle



Erworbene Schlüsselkompetenzen

  • Umfangreiches Wissen zu den rechtlichen Grundlagen des Betrieblichen Eingliederungsmanagment (BEM), Datenschutzbestimmungen, Initiierung eines BEM-Prozesses
  • Umfangreiches Wissen zu den Rechten und Pflichten von unternehmensinternen Akteuren sowie den Zuständigkeiten von externen Leistungsträgern für fallspezifische BEM-Maßnahmen
  • Einstiegskonzeption eines Von-Fall-zu-Fall BEM: Herausarbeiten der Ausgangssituation und Zusammenstellung eines BEM-Teams anhand von Fallbeispielen
  • Erstellen einer Situationsanalyse mit Profilvergleich von Anforderungsprofil und Fähigkeitsprofil
  • Kompetenzorientierte Gesprächsführung und einfühlsame Kommunikation
  • Entwickeln einer BEM-Strategie im Informationsgespräch übers BEM
  • Organisation und Koordination von BEM-Prozessen, Erstellen von Maßnahmen-Plänen
  • Auswahl von BEM-Maßnahmen nach den Gesundheitskriterien des Work HEART Training Konzepts
  • Evaluation und Wirksamkeitskontrolle von BEM-Maßnahmen
  • Erstellen von Prozessverlaufsprotokollen und einem BEM-Abschlussprotokoll
  • Kenntnisse zum Durchführen einer Gefährdungsanalyse psychischer Belastungen


Trainingsmaterial


Als Trainingsmaterial erhalten Sie eine ca. 118-seitige Trainingsbroschüre (DIN A4, Softvover, Klebebindung) mit umfangreichen Informationen rund ums Betriebliche Eingliederungsmanagment, zahlreichen Fallbeispielen und einer sorgfältigen Auswahl an Übungen, die Ihren Trainingserfolg garantieren. Die Broschüren sind exklusiv für Teilnehmer eines Work HEART Trainings erhältlich und im Gesamtpreis inbegriffen.

Inhalt der Broschüre sind die oben aufgeführten Trainingsinhalte und Schlüsselkompetenzen. Zu jeder Trainingseinheit gibt es eine Übung, welche die jeweiligen Kernkompetenzen vermittelt, z.B. eine ordnungsgemäße Initiierung eines BEM-Przesses durchführen, eigenständig eine Vorauswahl von BEM-Akteuren und Partnern in einem fallspezifischen BEM treffen, Maßnahmenpläne erstellen und Protokolle führen, einen Profilvergleich im Rahmen einer Situationsanalyse machen, Techniken der kompetenzorientierten Gesprächsführung anwenden und geeignete BEM-Maßnahmen zu entwickeln, welche den Kriterien eines Gesundheitsziels entsprechen.

Außerdem gibt es 17 Musterformulare, z.B. für das Einladungsschreiben zum Informationsgespräch, Anhänge zu den Datenschutzbestimmungen im BEM und den allgemeinen Rechten und Pflichten im Krankheitsfall, Einwilligungserklärungen zur Teilnahme am BEM-Prozess und der Mitwirkung ausgewählter Akteure, Entwurf einer Betriebsvereinbarung für ein fallspezifisches Betriebliches Eingliederungsmanagement, Formulare für Schweigeplichtserklärungen, Formulare zum Erstellen eines Anforderungsprofils, Fähigkeitsprofils und Profilvergleichs im Rahmen einer Situationsanalyse, Entwurf einer BEM-Strategie, Formulare zum Erstellen von Maßnahmenplänen, Prozessverlaufsprotokollen und einem BEM-Anschlussprotkokoll.


Trainingsprogramm und Inhalte 


In dem Training wird der BEM-Prozess mit einem Baum verglichen, in welchem die Trainingseinheiten chronologisch von den Wurzeln (d.i. der Ausgangssituation) bis zum grünen Zweig (d.i. der Überwindung oder Minderung der Arbeitsunfähigkeit des Beschäftigten). 

Die Entwicklung von BEM-Maßnahmen erfolgt nach dem innovativen Work HEART Training Konzept

Das Training beinhaltet:

  • Gruppen- und Einzelübungen zu den Trainingsinhalten
  • einer visuellen Begleitpräsentation zur Vermittlung der Trainingsinhalte
  • einer gedruckten Begleitbroschüre als Handout zu den Trainingsinhalten und Übungsbuch mit Schreibmaterial
  • Diskussion, Reflexionen und Erfahrungsaustausch in der verbalen Kommunikation

9:00-9:10 Vorstellung und Einstiegsübung
9:10-10:00 Einführung: Initiierung eines BEM-Prozess (der ,,Baum des BEM")
  • Definition und gesetzliche Grundlagen vom Betrieblichen Eingliederungsmanagment (BEM)Arbeitsunfähigkeit: Definition und Zählung

  • Das Einladungsschreiben zum Informationsgespräch übers BEM

  • Datenschutzbestimnungen im BEM

  • Rechte und Pflichten im Krankheitsfall

  • BEM: Ein fallspezifischer oder systematisierter Prozess

  • Der ,,Baum" des Von-Fall-zu-Fall BEM (Work HEART Training Programm)


10:00-10:50 Einstiegskonzeption: Herausarbeiten der Ausgangssituation (Teil 1) (die ,,Wurzeln")
  • BEM-Leiter (Leiter des BEM-Prozesses): Aufgabenspektrum

  • BEM-Berechtiger (betroffene Person): Rechte und Pflichten 

  • Kleinstmögliche BEM-Einheit: Prozessual, personell

  • Fallbeispiel für einen BEM-Prozess in der kleinstmöglichen Einheit


15 Minuten Pause

11:05-11:55 Einstiegskonzeption: Vorauswahl von Akteuren, Partnern, Maßnahmen (Teil 2) (von den ,,Wurzeln" bis zum ,,Stamm")
  • Zusammenstellen eines BEM-Teams: Aufgabenspektrum

  • Rechte und Pflichten unternehmensinterner Akteure

  • Leistungsspektrum von externen Partnern (Inklusionsamt, Rehabilitationsträger)

  • Maßnahmenabhängige Zuständigkeiten der Leistungsträger

  • Vorauswahl von Maßnahmen, Akteuren und Partnern anhand von Fallbeispielen


11:55-12:45 Entwurf einer BEM-Strategie im Informationsgespräch (der ,,Stamm")
  • Gesundheitsgespräche: Fürsorgegespräch, Krankenrückkehrgespräch, BEM-Gespräch

  • Ziele und Inhalte des Informationsgespräch übers BEM

  • Herausarbeiten einer BEM-Strategie im Informationsgespräch anhand von Fallbeispielen


1 Stunde Mittagspause

13:45-14:35 Kompetenzorientierte Gesprächsführung (,,Stamm" und ,,Baum")

  • Kommunikationskompetenz in Gesundheitsgesprächen

  • Kompetenzorientierte Gesprächsführung, Skalierung,, Reframing, Als-Ob-Fragen, Würdigen von Stärken

  • Einfühlsame Kommunikation: Verständnis, Diskretion, Aktives Zuhören


14:35-15.25 Situationsanalyse und Profilvergleich (vom ,,Stamm" bis zum ,,Ast")
  • Anforderungsprofil der Arbeitsstelle

  • Fähigkeitsprofil des BEM-Berechtigten

  • Anforderungsprofil und Fähigkeitsprofil im Profilvergleich im Rahmen einer Situationsanalyse

  • Optional: Instrumente von Drittanbietern (EFL, Melba, IMBA, RehaAssessment, WAI)

  • Profilvergleich und Maßnahmen-Entwicklung anhand eines Fallbeispiels


15 Minuten Pause

15:40-16:30 Auswahl und Durchführung von BEM-Maßnahmen (,,Äste" und ,,Zweige")
  • BEM-Maßnahmen zur Rehabilitation, Integration und Präventionsmaßnahmen

  • Organisation und Moderation im BEM

  • Auswahl von Maßnahmen nach dem Work HEART Konzept (,,Baum-Zweig Methode")

  • BEM ist HEART: Gesundheitsorientierte Prozessleitung

  • Erstellung eines Maßnahmenplans anhand eines Fallbeispiels



16:30-16:50 BEM-Abschluss (der ,,grüne Zweig")
  • Prozessverlaufsprotokolle

  • Evaluation und Wirksamkeitskontrolle

  • Abschlussgespräch und Abschlussprotokoll


16:50-17:00 Abschlussdiskussion

Teilnahme-Zertifikat


Nach dem Training erhalten Sie ein Teilnahme-Zertifikat als beruflichen Qualifikationsnachweis für eine erfolgreiche Teilnahme an dem Führungskräfte-Training bei: 
  1. dem Wissenserwerb aller Trainingsinhalte durch Anwesenheit am gesamten Trainingsprogramm;
  2. der erfolgreichen Bewältigung der Trainingsübungen.

Das Teilnahme-Zertifikat enthält:
  • den Titel des Trainings
  • Ihren Vor- und Zunamen
  • Datum und Ort des Trainings
  • eine Kurzbeschreibung des Trainings
  • eine Auflistung der Trainingsinhalte und erworbenen Schlüsselkompetenzen

Das Teilnahme-Zertifikat ist von der Trainerin Anika Fiebich signiert und wird Ihnen am Ende des Trainings persönlich ausgehändigt.