WORK HEART TRAINING:
STRESSMANAGEMENT

Stress im Arbeitsleben 


„Stress“ – das bedeutet im Englischen „unter Druck geraten“. Ehemals ein Begriff aus der Elementarphysik sprechen wir heutzutage von uns selbst als „gestresst sein“ oder „unter Stress stehend“, meist in seiner negativen Konnotation mit den dazugehörigen Symptomen. Wir erfahren Stress, wenn wir uns einer Herausforderung nicht gewachsen fühlen, eine Situation als bedrohlich wahrnehmen, wenn unser Handeln unseren Bedürfnissen und Werten widerspricht, wenn wir von der Arbeit überfordert sind, aber kaum Entscheidungs- und Handlungsspielraum haben oder nutzen, wenn wir soziale Konflikten bewältigen müssen oder uns die Chancen zur Weiterentwickelung fehlen. Stress kann sich körperlich äußern, zum Beispiel durch Magenschmerzen oder Müdigkeit, aber auch geistige Symptome wie Konzentrationsschwäche oder emotionale Anzeichen wie Gereiztheit oder Verzweiflung sind nicht selten.

Grundsätzlich kann diese negative Form von Stress, der sogenannte Disstress, auf sehr vielfältige Art und Weise zum Ausdruck kommen. Man kann jedoch grob zwischen zwei „Stress-Typen“ unterscheiden, abhängig vom archaischen Reaktionsverhalten auf Stress und den hormonellen Ausschüttungen. Der „aktive Stress-Typ“ reagiert auf Stress mit einer hohen Ausschüttung an Adrenalin und „Bewegung“; nach vorn durch Angriff - oder aber zurück durch Flucht. Der Stress äußert sich hier aktiv, beispielsweise durch Wut beim Angriff oder Panik bei der Flucht. Dieser Typ läuft bei Dauerstress Gefahr, an einer Herz-Kreislauf-Schwäche zu erkranken. Der „passive Stress-Typ“ reagiert hingegen auf Stress mit einer hohen Ausschüttung an Corisol. Hier ist „Stillstand“ das archaische Leitverhalten. Dieser Typ stellt sich gewissermaßen „tot“ in Stresssituationen, frisst den Unmut in sich hinein und lässt alles über sich ergehen. Bei Dauerstress können dadurch Depressionen und eine Schwächung des Immunsystems mit erhöhter Krankheitsanfälligkeit entstehen.

Beide Stress-Typen sind bei andauernden Phasen von negativem Stress Burnout-gefährdet. Burnout ist ein Zustand völliger geistiger, körperlicher und emotionaler Erschöpfung nach einer langen Phase von arbeitsbedingtem Dauerstress. Auf der ersten Stufe von Burnout wird mit übersteigertem Ehrgeiz und Arbeitseinsatz bei „angezogener seelischer Handbremse“ auf Hochtouren bis zur Erschöpfung gearbeitet, manchmal über Jahrzehnte hinweg. Auf der zweiten Stufe kommt es dann zu einem rapiden Leistungsabfall, sozialen Konflikten und emotionalen Veränderungen. Die Endstufe ist durch Lähmung, Depression und Arbeitsunfähigkeit gekennzeichnet. Während Burnout auf der zweiten Stufe durch eine Psychotherapie behandelt werden muss und auf der Endstufe sogar ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nötig sein kann, lässt sich Burnout im Anfangsstadium noch gut durch Stressbewältigungstrainings händeln.



Primärprävention zur
Gesundheitsförderung


Stressbewältigungstrainings zählen zur Primärprävention in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Das heißt, sie zielen auf eine Veränderung des eigenen Gesundheitsverhaltens vor Entstehung einer Krankheit, z.B. Burnout als Folge von arbeitsbedingtem Dauerstress. Insofern müssen sie auch klarerweise von einer Psychotherapie zur Heilung oder einem Klinikaufenthalt zur Rehabilitation von Burnout in der Mittel- und Endphase unterschieden werden. Burnout in der Anfangsphase ist weit verbreitet und wird durch die Bedingungen der heutigen Arbeitswelt gefördert; Multi-Tasking, hohe Verantwortung, Zeitdruck, Leistungsdruck, stressende Arbeitsplatzbedingungen durch Lärm oder ähnliches, Konflikte im Team oder mit den Vorgesetzten, neue Technologien und Arbeitsmittel, räumliche Flexibilitätserfordernisse, unsichere Arbeitsverhältnisse oder unternehmensinterne Veränderungsprozesse sorgen leicht für Stress bei sonst gesunden Menschen. Hält der Stress jedoch an, so kann es zum Leistungsabfall und Verhaltensveränderungen kommen. Der Stress wird zur Krankheit und Burnout hat ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Wie stark Beschäftigte heutzutage Burnout gefährdet sind, spiegelt sich in der Burnout-Rate wider, welche in den letzten 15 Jahren um mehr als das Fünffache gestiegen ist. Besonders gefährdet sind hierbei alle Berufe, in denen soziale Verantwortung eine Rolle spielt, zum Beispiel Ärzte oder Pfleger, Lehrer, Verkäufer sowie Führungskräfte in allen Branchen.

Stressbewältigungstrainings vermitteln das erforderliche Wissen um die Charakteristika sowie die Entstehung von Stress und Burnout. Es werden die erforderlichen Kompetenzen erworben, die eigenen Stressoren (d.i. stressende Umwelteinflüsse), Stressreaktionen und Stress-Typen zu ermitteln und individuelle Strategien zur Bewältigung von Stress im Arbeitsleben zu entwickeln. Stressbewältigungstrainings zählen zu den besten Präventionsmaßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung; ihre Wirksamkeit und wirtschaftliche Rentabilität ist vielfach bestätigt (siehe z.B. den Report der Initiative Arbeit 2021, der 100 Übersichtsartikel mit Studien aus den Jahren 2012 bis 2018 berücksichtigt). Stressbewältigungstrainings tragen nachweislich zur Burnout-Prävention bei. So können Fehlzeiten reduziert und die Leistungsfähigkeit und Motivation der Beschäftigten gesteigert werden. Präventionstrainings fördern die Gesundheit des Einzelnen und des gesamten Unternehmens (d.i. die sogenannte „Betriebsgesundheit“, die sich u.a. durch ein gesundes Betriebsklima und ein starkes Team-Work kennzeichnet). Leistungsabfälle, Produktionsausfälle oder Terminverzögerungen können vermieden werden und die Beschäftigten bleiben leistungsfähig und gesund selbst in herausfordernden Arbeitsphasen.


Stressmanagement nach
 Work HEART Training


Work HEART Training bietet Business Trainings zur Stressbewältigung der besonderen arbeitsbedingten Herausforderungen an, denen Beschäftigte und Führungskräfte in Unternehmen oder Institutionen ausgesetzt sind. Als solche sind sie von den Standardtrainings zur multimodalen Stressbewältigung unterschieden, welche lediglich allgemeine Techniken der Entspannung und geistigen Stressregulation vermitteln.

Aktuell bietet Work HEART Training ganztags Stressbewältigungstrainings mit folgendem Fokus an:

  1. Work-Life-Balance, Stressprävention und Arbeitsmanagement im Home Office (Beschäftigte)

  2. Prävention von Burnout, Konflikten und Mobbing am Arbeitsplatz (ab 2023, Beschäftigte)

  3. Burnout-Prävention und Arbeitsmanagement: Delegation, Zeitmanagement, Organisation (Führungskräfte)

Als Halbtagstrainings oder Supplements zum Erstellen eines Individualtrainings stehen Ihnen zur Verfügung:
  • Stressbewältigung zur Burnout-Prävention (Beschäftigte)
  • Stressbewältigung zur Work-Life-Balance (Beschäftigte) 


Das 2-Stufen-Programm zur Stressbewältigung



Das Stressbewältigungsprogramm erfolgt in zwei Stufen mit einer Vorstufe zur Start-Up Analyse.


Vorstufe: Start-Up Analyse der Stressoren, Stress-Typen und Stressreaktionen 

Das Training beginnt mit einer Start-Up Analyse von (i) Ihren primären Stressoren (d.i. diejenigen Umwelteinflüsse, die Sie persönlich besonders stressen, z.B. bestimmte Konflikte, Tätigkeiten  oder Umstände), (ii) Ihres Stress-Typen (aktiv versus passiv) und (iii) Ihrer Stressreaktionen (auf der körperlichen, geistigen und emotionalen Ebene, z.B. Magenschmerzen oder Unruhe). Die Ergebnisse der Start-Up Analyse bilden die Ausgangslage fürs weitere Training und werden zu einem späteren Zeitpunkt zur Ermittlung des Zusammenspiels von Stressoren, Stressreaktionen und Folge-Stressoren im HEART-Eck als Analyse-Instrument wiederaufgegriffen.


Stufe 1: Stressregulation und palliativ-regenerative Stressbewältigung

Bevor wir Stressbewältigungsstrategien durch wohldurchdachte Planung von Gesundheitszielen oder Restruktuierung von stressfördernden Verhaltensmustern anwenden können, ist es wichtig, unsere spontanen Stressreaktionen zu regulieren. Denn erst in einer entspannten Gemütslage können wir Lösungen entwickeln und planvoll handeln. 

In einem ersten Schritt erwerben Sie Kompetenzen, Ihre persönlichen Stressreaktionen zu regulieren, sobald Sie diese bei sich wahrnehmen. Die Stressregulation erfolgt Typ-spezifisch. Außerdem entwickeln Sie einen Gesundheitsplan, der Komponenten der palliativ-regenerativen Stressbewältigung beinhaltet und darauf abzielt, dass Sie sich regulär gesund ernähren und Bewegungs- und Entspannungsphasen in Ihren Arbeitsalltag einbauen. Dies hilft Ihnen, weniger anfällig auf Stress zu reagieren und Arbeitspausen als Energiequelle zu nutzen. 


Stufe 2: Persönliches Trainingsprogramm zur Bewältigung von Stressoren

Nachdem wir unsere Stressreaktionen abgebaut haben, können wir mit einem klaren Kopf und entspannter Gemütslage die Ursache von unserem persönlichen Stressempfinden ermitteln und durch konkrete und allgemeine Stressbewältigungsstrategien bewusst bewältigen. 

Im zweiten Schritt geht es darum, die Ursachen von Ihren Stressoren zu ermitteln, das sind diejenigen Umwelteinflüsse, die auf Sie persönlich stressend wirken. Work HEART Training unterscheidet zwischen konkreten und allgemeinen Ursachen von Stress. 

Konkrete Stressursachen beziehen sich auf konkrete Belastungen und gehen auf mangelnde Ressourcen zurück. Ressourcen sind Fähigkeiten und Kompetenzen, Umstände oder Personen, die uns helfen, die Herausforderungen von einem konkreten Stressor erfolgreich meistern. In der konkreten Stressbewältigung erwerben Sie Kompetenzen, effektive Gesundheitsziele (d.i. HEART-Ziele) zu formulieren und zu verfolgen sowie Ressourcen zur Zielerreichung zu nutzen und aufzubauen. Zum Beispiel ist eine ganz bestimmte Arbeitsaufgabe für Sie stressend, weil sich diese schwer in Verbindung mit ihren familiären Verpflichtungen erfüllen lässt. Dies mag auf Mängel in der Arbeitsorganisation zurückgehen, die Sie durch Gesundheitsziele und Ressourcen-Aufbau in der konkreten Stressbewältigung meistern können. 

Allgemeine Stressursachen beziehen sich auf allgemeine psychische oder physische Beeinträchtigungen, z.B. schädliche (meist unbewusste) Glaubens- und Verhaltensmuster (d.i. ,,innere Antreiber") oder körperliche Beschwerden. Diese führen als Dispositionen situationsübergreifend, d.h. in verschiedenen Begebenheiten zu einer negativen Beanspruchung. Zum Beispiel führt ihr Perfektionismus (d.i. einer der sieben in der Literatur diskutierten ,,Inneren Antreiber") Sie nicht nur bei dieser bestimmten Arbeitsaufgabe, sondern auch bei anderen Arbeitsaufgaben, beim Team-Work, Besprechungen und sogar im Privatleben dazu, dass Sie Stress erleben. In der allgemeinen Stressbewältigung erwerben Sie Kompetenzen, Ihren eigenen stressfördernden Glaubens- und Verhaltensmustern auf die Schliche zu kommen und diese durch bewusste Restrukturierung zu durchbrechen. 

2-Stufen Programm: Stressmanagement

Das Anti-Stress-Training erfolgt im 2-Stufen Programm. Die Evaluation  der Anwendung von Strategien zur Stressbewältigung erfolgt über Techniken von Achtsamkeit. Achtsamkeit bedeutet ein Gewahrsein der eigenen gegenwärtigen gesundheitlichen Befindlichkeit. Das heißt, bewusst wahrzunehmen, was auf Ihrer körperlichen, geistigen und emotionalen Ebene im Hier und Jetzt geschieht. Ein solches Gewahrsein hilft Ihnen, Fremdeinflüsse wahrzunehmen und sich bewusst davon zu befreien zugunsten eines von Ihnen bestimmten Gesundheitsverhaltens, schädliche Verhaltensmuster zu durchbrechen und mangelnde Ressourcen zum Erreichen von Gesundheitszielen aufzubauen. Das ist Empowerment.

Analyse-Instrument Work HEART Training Eck


Work HEART Training vertritt ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, demzufolge Stressoren in einem Lebensbereich (z.B. Arbeit) auch Auswirkungen auf einen anderen Lebensbereich (z.B. Privatleben) haben und zu sogenannten Folge-Stressoren werden können. 
Gesundheit ist ein Barometer für eine ausgewogene oder unausgewogene Work-Life-Balance: Negative wie positive Beanspruchungen spiegeln sich auf der körperlichen, geistigen und emotionalen Ebene wieder. Das Work HEART Training Eck ist ein nützliches Analyse-Instrument, Stressoren, Folge-Stressoren, Stressreaktionen und Stressursachen graphisch in Relation zu setzen und ein ganzheitliches Stressbewältigungsprogramm zu entwickeln, welches Dysbalancen in allen Lebensbereichen berücksichtigen.